Branche
Ausschreibungen Transport und Logistik: Beförderung, Kurier, Umzug, Lager
Öffentliche Auftraggeber vergeben Schülerbeförderung, Kurierfahrten, Umzüge und Lagerleistungen regelmäßig im Wettbewerb. Bei Ausschreibungen für Transport und Logistik zählt vor allem, dass Sie Fahrzeuge, Personal und Ersatz nachvollziehbar belegen.
Stand: 19.09.2026 · Redaktion: Stefan Schüssel

Landkreise organisieren den Weg zur Schule, Behörden schicken Post zwischen ihren Standorten hin und her, Ämter ziehen um, Hochschulen lagern Material ein – all das läuft über Ausschreibungen für Transport und Logistik. Im Amtsblatt der EU (TED) erschienen zwischen September 2025 und September 2026 rund 1.200 Bekanntmachungen deutscher Auftraggeber für Personen- und Güterbeförderung auf der Straße (CPV-Gruppe 601) – nur Aufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte (Abfrage vom 18.09.2026). CPV steht für das europäische Verzeichnis der Auftragsgegenstände; Kurierdienste, Umzüge und Lagerleistungen führt es unter eigenen Codes, sie sind in der Zahl nicht enthalten. National bekannt gemachte Verfahren kommen hinzu.
Vier Auftragsarten, vier Anforderungsprofile
Schülerbeförderung
Schulträger und Landkreise vergeben Fahrten zu Schulen und Förderschulen, oft aufgeteilt nach Schule oder Route. Die Unterlagen nennen, welche Genehmigungen nach dem Personenbeförderungsrecht für die jeweilige Verkehrsform vorzulegen sind; die Grundlage bildet das Personenbeförderungsgesetz. Für das Fahrpersonal verlangen viele Verfahren eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung, manche zusätzlich ein erweitertes Führungszeugnis. Bei Förderschulen kommen Rollstuhlplätze, Rückhaltesysteme und oft eine Begleitperson hinzu.
Kurier- und Postfahrten
Behörden und Gerichte lassen Post, Akten und Proben regelmäßig zwischen Standorten befördern. Gefragt sind feste Fahrpläne, verlässliche Übergaben und oft ein Nachweis, wer wann was übernommen hat. Bei vertraulichen Sendungen fordern die Unterlagen häufig Verpflichtungserklärungen zum Datenschutz.
Umzüge von Behörden
Ein Behördenumzug ist ein Projekt mit Bestandsaufnahme, Umzugsplan, Kennzeichnung, Möbelmontage und Abstimmung mit der IT der Verwaltung, oft am Wochenende. Auftraggeber wollen sehen, wie Sie den Dienstbetrieb möglichst wenig stören und Akten sicher bewegen.
Lagerlogistik
Hier geht es um Einlagerung, Bestandsführung und Auslieferung auf Abruf, etwa von Mobiliar, Akten oder Material für den Katastrophenschutz. Die Unterlagen fragen nach Lagerfläche, Sicherung, Versicherung und nach dem System, mit dem Sie Bestände nachweisen.
Fahrzeug- und Personalkonzept
In vielen Transportausschreibungen gehört ein Konzept zum Angebot und fließt in die Wertung ein. Es beschreibt, welche Fahrzeuge Sie einsetzen, wie alt und wie ausgestattet sie sind und wo sie stehen. Dazu kommen Zahl und Qualifikation der Fahrerinnen und Fahrer, Einarbeitung und Schichtplanung. Eine Fahrzeugliste mit Typ, Baujahr und Ausstattung überzeugt mehr als der Satz „ausreichend Fahrzeuge vorhanden“.
Unabhängig vom Konzept prüft der Auftraggeber, ob Ihr Unternehmen geeignet ist. Welche Belege dafür üblich sind, erklärt unser Ratgeber zu Eignungsnachweisen.
Ausfallsicherheit: der Plan für den schlechten Tag
Kein Kind soll an der Haltestelle stehen bleiben, keine Frist an einem fehlenden Kurier scheitern. Deshalb fragen Auftraggeber, was bei Panne, Krankheit oder Glatteis passiert. Beschreiben Sie Ersatzfahrzeuge, Bereitschaftsfahrer, Meldewege und wie schnell Sie reagieren. Manche Verträge sehen für Ausfälle Vertragsstrafen oder Abzüge vor, die Sie vor der Kalkulation kennen sollten.
Tourenplanung und Preisblatt
Bei Beförderungsleistungen hängt der Preis an der Tour. Die Unterlagen nennen Haltepunkte, Zeiten und Teilnehmerzahlen; daraus berechnen Sie Kilometer, Fahrzeit und Leerfahrten vom Betriebshof. Prüfen Sie, ob Preise je Tour, je Kilometer oder je Tag gefragt sind und wie Änderungen während der Laufzeit vergütet werden.
Bei mehrjährigen Verträgen lohnt ein Blick auf Preisgleitklauseln. Das sind Regeln, nach denen sich der Preis an die Entwicklung bestimmter Kosten anpasst, etwa für Kraftstoff oder Löhne. Ob es eine solche Klausel gibt und wie die Anpassung berechnet wird, legt allein der Auftraggeber in den Unterlagen fest. Wie Sie Preisblatt, Konzept und Formblätter zu einem vollständigen Paket zusammenfügen, zeigt der Ratgeber Angebot für eine Ausschreibung erstellen.
Ausschreibungen für Transport und Logistik in Losen
Das Vergaberecht verlangt, mittelständische Interessen vornehmlich zu berücksichtigen, und sieht grundsätzlich die Aufteilung von Leistungen in Lose vor. In der Schülerbeförderung sind Lose je Schule oder Tour verbreitet, bei Kurierfahrten je Region. So kann ein Betrieb mit wenigen Fahrzeugen gezielt die Touren anbieten, die zu seinem Standort passen. Mehr dazu im Ratgeber Ausschreibungen für kleine Unternehmen.
So unterstützen wir Transport- und Logistikunternehmen
Wir erstellen mit Ihnen ein Suchprofil nach Leistungsart und Einsatzgebiet und finden passende Ausschreibungen bundesweit. Wir sichten die Unterlagen vollständig, auch Tourenlisten, Fahrpläne und Preisblätter, und besprechen mit Ihnen, welche Lose zu Ihrem Fuhrpark passen. Danach erstellen wir die Angebotsunterlagen samt Fahrzeug- und Personalkonzept und übernehmen die Kommunikation mit der Vergabestelle. Wie das Schritt für Schritt aussieht, zeigt die Seite Ablauf einer öffentlichen Ausschreibung.
Häufige Fragen
Brauche ich für die Schülerbeförderung eine Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz?
Das hängt davon ab, in welcher Form die Beförderung organisiert ist. Die Vergabeunterlagen nennen, welche Genehmigungen oder Nachweise vorzulegen sind. Klären Sie offene Punkte früh mit der zuständigen Genehmigungsbehörde, denn eine Genehmigung lässt sich nicht kurz vor Fristende beschaffen.
Was gehört in ein Fahrzeugkonzept für eine Ausschreibung?
Ein Fahrzeugkonzept beschreibt die eingesetzten Fahrzeuge mit Typ, Alter, Sitzplätzen, Ausstattung und Standort. Dazu gehören Ersatzfahrzeuge und die Angabe, wie schnell sie einsatzbereit sind. Gehen Umweltkriterien in die Wertung ein, fragen Auftraggeber zusätzlich nach Abgasnorm oder Antriebsart.
Wie werden Kurierfahrten öffentlich ausgeschrieben?
Kurier- und Postfahrten werden meist als Dienstleistung mit festen Touren und Zeiten über eine längere Laufzeit vergeben. Die Unterlagen legen Abholpunkte, Fahrpläne und die Art der Übergabenachweise fest. Kleinere Aufträge erscheinen auf den Vergabeplattformen von Bund, Ländern und Kommunen, größere zusätzlich im Amtsblatt der EU.
Kann ich als Bieter eine Preisgleitklausel vorschlagen?
Eine Preisgleitklausel passt den Preis während der Laufzeit an, wenn sich bestimmte Kosten verändern. Ob es sie gibt, entscheidet der Auftraggeber. Eigene Klauseln im Angebot gelten als Änderung der Vergabeunterlagen und führen in der Regel zum Ausschluss; möglich ist aber eine Bieterfrage, ob eine Anpassung vorgesehen ist.
Die genannten Anforderungen sind typisch, aber nicht abschließend – jede Ausschreibung legt ihre eigenen fest. Maßgeblich sind die Vergabeunterlagen des jeweiligen Verfahrens. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.
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