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Ausschreibungen Sicherheitsdienst: Bewachung für die öffentliche Hand
Objektschutz, Pforte, Streife, Veranstaltung: Ausschreibungen für Sicherheitsdienste verlangen eine gültige Erlaubnis, qualifiziertes Personal und ein Einsatzkonzept, das zum Objekt passt. Hier lesen Sie, wie Sie das im Angebot belegen.
Stand: 19.09.2026 · Redaktion: Stefan Schüssel

Behörden, Hochschulen, Museen, Unterkünfte und Veranstalter der öffentlichen Hand kaufen Sicherheitsleistungen regelmäßig ein – Ausschreibungen für den Sicherheitsdienst erscheinen deshalb laufend. Im Amtsblatt der EU (TED) erschienen zwischen September 2025 und September 2026 rund 1.000 Wettbewerbsbekanntmachungen deutscher Auftraggeber für Sicherheitsdienste – nur Aufträge oberhalb der EU-Schwellenwerte (Abfrage vom 18.09.2026). Hinzu kommen die national bekannt gemachten Verfahren, zu denen viele kleinere Bewachungsaufträge gehören.
Anders als in vielen anderen Branchen entscheidet hier schon die Zulassung darüber, ob Sie überhaupt anbieten können. Danach zählen Personal und Organisation.
Welche Sicherheitsleistungen ausgeschrieben werden
| Leistung | Inhalt | Was die Unterlagen oft verlangen |
|---|---|---|
| Objektschutz | Bewachung von Liegenschaften, Kontrollgänge, Reaktion auf Alarme | Dienstanweisung, Nachweis der Rundgänge, Reaktionszeiten |
| Empfang und Pforte | Besucherempfang, Ausweis- und Schlüsselverwaltung, Telefondienst | Umgangsformen, Sprachkenntnisse, Kenntnis der Hausordnung |
| Streifen- und Revierdienst | Kontrollfahrten zu mehreren Objekten, Schließdienste | Fahrzeuge, Routenplanung, elektronische Kontrollsysteme |
| Veranstaltungen | Einlass, Ordnungsdienst, Absicherung von Flächen | kurzfristig verfügbare Kräfte, Leitungspersonal, Abstimmung mit Behörden |
Große Auftraggeber bündeln diese Leistungen teils in einem Vertrag, oft teilen sie sie aber nach Liegenschaften oder Leistungsart in Lose. Lesen Sie die Leistungsbeschreibung deshalb Posten für Posten: Besetzungszeiten, Aufgaben und Befugnisse unterscheiden sich schon innerhalb eines Loses.
Erlaubnis nach § 34a GewO und Qualifikation
Wer gewerbsmäßig Leben oder Eigentum fremder Personen bewachen will, braucht eine Erlaubnis nach § 34a GewO. Die zuständige Behörde prüft dafür unter anderem Zuverlässigkeit und Sachkunde. In Ausschreibungen gehört diese Erlaubnis häufig zu den geforderten Eignungsnachweisen.
Auch die eingesetzten Wachpersonen brauchen einen Qualifikationsnachweis. Grundlage ist die Unterrichtung bei der Industrie- und Handelskammer, ein Lehrgang zu Rechtsgrundlagen und Umgang mit Menschen. Für bestimmte Tätigkeiten, etwa Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum, den Schutz vor Ladendieben oder den Einlass in Diskotheken, verlangt das Gesetz die anspruchsvollere Sachkundeprüfung.
Das Statistische Bundesamt führt das bundesweite Bewacherregister. Dort sind Gewerbetreibende und Wachpersonen erfasst, und die Behörden prüfen darüber die Zuverlässigkeit vor dem Einsatz. Auftraggeber fragen in vielen Verfahren nach einer Liste des vorgesehenen Personals mit Qualifikationsnachweisen; bei sicherheitsempfindlichen Objekten kann eine Sicherheitsüberprüfung hinzukommen.
Einsatz- und Vertretungskonzept
Viele Sicherheitsausschreibungen verlangen ein Einsatzkonzept, das als Qualitätskriterium in die Wertung eingeht. Es beschreibt, wie Sie den Dienst in genau diesem Objekt organisieren: Schichtmodell, Besetzung der Posten, Pausenablösung, Erreichbarkeit der Einsatzleitung und Meldewege bei Vorfällen.
Ebenso wichtig ist die Vertretung. Zeigen Sie, wie Sie Urlaub, Krankheit und kurzfristige Ausfälle abdecken, ohne dass ein Posten unbesetzt bleibt. Überzeugend ist ein fester Pool an Kräften, die das Objekt bereits kennen.
Die Einarbeitung neuer Kräfte beschreiben Sie konkret: Objekteinweisung, Dienstanweisung, Begleitung durch erfahrene Kolleginnen und Kollegen, dokumentierte Unterweisungen. Wer wertet, achtet darauf, ob das Konzept zum Objekt passt oder aus einer Vorlage stammt.
Schichtplanung und Tariflöhne in der Kalkulation
Die Leistungsbeschreibung nennt meist Besetzungszeiten je Posten, etwa werktags tagsüber oder rund um die Uhr. Daraus ergeben sich die Jahresstunden. Rechnen Sie mit der tatsächlich verfügbaren Arbeitszeit: Ein dauerhaft besetzter Posten braucht deutlich mehr Beschäftigte als Schichten, weil Urlaub, Krankheit und Schulungen hinzukommen.
Im Sicherheitsgewerbe gelten Entgelttarifverträge mit Lohngruppen je nach Tätigkeit; Beträge nennen wir hier nicht, weil sie sich ändern. Einzukalkulieren sind außerdem Zuschläge für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit, Dienstkleidung, Ausrüstung und Schulungen. Bei mehrjährigen Verträgen gehört ein Blick in die Preisanpassungsregeln dazu, damit Tariferhöhungen Sie nicht allein treffen.
Ausschreibungen Sicherheitsdienst gezielt auswählen
Nicht jede Ausschreibung passt zu Ihrem Betrieb. Entscheidend ist, ob Sie in der Region genug qualifiziertes Personal haben oder es bis zum Vertragsbeginn gewinnen können. Zwischen Zuschlag und Dienstbeginn liegt oft wenig Zeit.
Für Veranstaltungen mit hohem Spitzenbedarf arbeiten viele Anbieter mit Partnern. Ob Nachunternehmer erlaubt sind und wie Sie sie benennen, regeln die Unterlagen; jeder Partner, der selbst bewacht, braucht eine eigene Erlaubnis nach § 34a GewO. Welche Form der Zusammenarbeit passt, erklärt der Ratgeber Bietergemeinschaft.
So unterstützen wir Sicherheitsdienste
Wir erstellen mit Ihnen ein Suchprofil nach Leistungsarten und Einsatzregion und finden passende Verfahren bundesweit. Wir sichten die Vergabeunterlagen vollständig, stellen die geforderten Nachweise zusammen und besprechen mit Ihnen, ob Personal und Konzept zum Auftrag passen. Anschließend erstellen wir die Angebotsunterlagen einschließlich Einsatz- und Vertretungskonzept und übernehmen die Kommunikation mit der Vergabestelle. Einen Überblick gibt die Seite Dienstleister für öffentliche Ausschreibungen.
Häufige Fragen
Welche Nachweise verlangen Ausschreibungen für Sicherheitsdienste?
Häufig gefordert sind die Erlaubnis nach § 34a GewO, Registerauszüge, eine Betriebshaftpflichtversicherung, Referenzen vergleichbarer Objekte und Angaben zum Personal mit Unterrichtungs- oder Sachkundenachweis. Dazu kommen oft Eigenerklärungen, etwa zu Ausschlussgründen und zur Einhaltung von Mindestlohn und Tarif. Die genaue Liste steht in der Bekanntmachung und den Vergabeunterlagen.
Reicht die Unterrichtung für den Streifendienst?
Das hängt vom Einsatzort ab. Für Kontrollgänge im öffentlichen Verkehrsraum oder in Hausrechtsbereichen mit tatsächlich öffentlichem Verkehr verlangt § 34a GewO die Sachkundeprüfung. Für Streifen auf nicht öffentlich zugänglichem Gelände kann die Unterrichtung genügen, sofern die Vergabeunterlagen nicht mehr verlangen.
Wie gliedere ich ein Sicherheitskonzept für eine Ausschreibung?
Folgen Sie der Reihenfolge der Wertungskriterien, nicht Ihrer eigenen Vorlage. So findet die Wertung jede Antwort dort, wo sie sie sucht. Belegen Sie Aussagen mit konkreten Abläufen, etwa einer Alarmkette oder einem Muster-Schichtplan für das ausgeschriebene Objekt.
Wo finde ich Ausschreibungen für Bewachung in Bayern?
Bayerische Auftraggeber veröffentlichen ihre Verfahren auf Vergabeplattformen, oberhalb der EU-Schwellenwerte zusätzlich in TED. Ein Suchprofil mit Stichworten wie Bewachung, Objektschutz und Pfortendienst, passenden CPV-Codes und Ihrer Einsatzregion filtert die relevanten Bekanntmachungen heraus. Wir haben unseren Sitz in Starnberg und arbeiten bundesweit.
Die genannten Anforderungen sind typisch, aber nicht abschließend – jede Ausschreibung legt ihre eigenen fest. Maßgeblich sind die Vergabeunterlagen des jeweiligen Verfahrens. Diese Seite ist keine Rechtsberatung.
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